Ein Anwalt der Menschlichkeit (Carl-Albert Brüll)

Nur selten manifestieren sich die Wendungen der deutschen Zeitgeschichte so eindrücklich wie im Leben und Wirken des Görlitzer Rechtsanwalts Carl Albert Brüll. Das Einsatz für Kultur, für Recht, für Freiheit verdient eine eigene Studie zu diesem „Anwalt der Menschlichkeit“. Es gibt drei Höhepunkte seines Lebens, die für die Zeitgeschichte erwähnenswert sind:

zunächst seine im Winter 1941 fast beiläufig entstandenen Verdienste für die Kammermusik des 20. Jahrhunderts durch die Förderung des französischen Komponisten Olivier Messiaen im Kriegsgefangenenlager und die Fertigstellung und Uraufführung des „Quatuor pour la Fin du Temps“,

sodann sein Einsatz für ein rechtsstaatliches Verfahren in dem Schauprozess der Sowjetischen Besatzungszone SBZ im April 1948 in der Stadthalle von Görlitz gegen Hans Meinshausen und Bruno Malitz, zwei belastete Nationalsozialisten,

und schließlich sein Auftreten beim Volksaufstand vom 17. Juni 1953 in derselben Stadt, wo er nach der Erstürmung des Gefängnisses die Entlassung der politischen Gefangenen kontrollierte.

Sein stetes Wirken für Menschen in Bedrängnis und in unübersichtlichen Problemlagen – fortgesetzt nach seiner „Republikflucht“ in Berlin(West) – wird schließlich durch das Bundesverdienstkreuz aus der Hand Richard von Weizsäckers gewürdigt.

>>> Publ. 21

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